| Unbestimmt | [Niederlassungen] |
|
Templerhaus in Kleinwallstadt
In dem Ort Kleinwallstadt, der südlich von Aschaffenburg liegt, befindet sich ein Haus, das wohl
aus dem 13. Jahrhundert stammt. Dieses Haus wird als Templerhaus bezeichnet. Ob es sich hier
tatsächlich um ein ehemaliges Ordenshaus der Templer handelt, ist nicht erwiesen. Dokumente, die
einen Ordensbesitz der Templer in Kleinwallstadt bestätigen würden, gibt es nicht.In einer Ortschonik, die 1931 von einem Heinrich Kilian verfasst wurde, stellt dieser die Theorie auf, dass es sich bei dem Haus neben der St. Peter und Paul Kirche um einen ehemaligen Sitz des Templerordens handelt. Diese Theorie basiert auf eine Urkunde von Papst Benedikt XII aus dem Jahr 1336. In dieser Urkunde wird erwähnt, dass das Kloster in Kleinwallstadt leer steht und es dem Prämonstratenserorden übergeben wurde. Aus dieser Tatsache, dass das Haus leer stand, machte Kilian die Theorie, dass es nur leer stehen konnte, weil bis 1336 noch Mitglieder des 1312 aufgelösten Templerordens dort gelebt hätten. Da Kleinwallstadt zum Erzbistum Mainz gehörte und Peter Aspelt, der Erzbischof von Mainz, die Templer in seinem Erzbistum frei sprach, könnte diese Theorie natürlich stimmen. Weiterhin wird in der Kleinwallstadter Chronik von Kilian die Theorie aufgestellt, dass die Nachbarschaft zur Ölbergskapelle ein Hinweis auf die Templer wäre, denn die Templer hätten die Leiden Christi verehrt. Da zum einen die Ölbergskapelle erst im 18. Jahrhundert erbaut wurde und sich davor wohl nur eine Ölbergsgruppe hier befand, also wohl keine ältere Kapelle hier gestanden hat, und zum anderen die Templer ja eher Marienverehrer waren, halte ich dies für keinen Beweis für einen Templerordenssitz. Dass das Haus aus dem 13. Jahrhundert stammt, sieht man an der Südwand. Dort kann man drei schmale Spitzbogenfenster erkennen. Weiterhin sieht man ein zugemauertes Rundbogenportal, in das ein Fenster eingesetzt wurde. Über dem Fenstersturz dieses Fensters kann man die Jahreszahl 1567 lesen. Von dem Kellergewölbe, das man sowie das Haus nicht betreten kann, führt ein Gang in Richtung der Kirche. Der Eingang zum Keller befindet sich neben dem Haus. Über diesem Eingang wurde einmal ein Baum gepflanzt, der dem ganzen Gebäude ein interessantes Aussehen verleiht. Fazit: Bei dem Templerhaus in Kleinwallstadt könnte es sich um einen ehemaligen Ordenssitz der Tempelritter handeln. Erwiesen ist dies allerdings bisher noch nicht. Auf jeden Fall handelt es sich um ein Gebäude, dass wohl aus dem 13. Jahrhundert stammt, welches man unter Denkmalschutz stellen müsste. Dies ist wohl bisher nicht geschehen.
|
![]() ![]() Frontseite des Hauses ![]() ![]() Fenstersturz mit Jahreszahl ![]() ![]() Seitenansicht des Hauses, von der Kirche ausgesehen |
|
Text: Heiko Walther Bilder: Matthias Rehm |
|