Unbestimmt [Niederlassungen]
Deutschland - Brandenburg
Besitzungen in Dolgelin
Die Gründung des Dorfes Dolgelin wird i.a. mit der Templerkomturei Lietzen in Verbindung gebracht.

Der Name des Ortes deutet jedoch auf einen slawischen Ursprung hin. Dolhi (dolgo) und len werden dabei als "lang" und "Flachs" gedeutet. Bodenfunde am nordwestlichen Dorfrand belegen die Anwesenheit der Slawen in diesem Gebiet.

Dolgelin ist ein Angerdorf. Die Dörfer wuchsen enstprechend der im Zuge der Ostexansion stark zunehmenden Verkehrsströme; die Dorfstraße teilt sich, von Westen kommend, und schließt einen lang gestreckten Platz – den Anger – ein. Hier war der ursprüngliche Mittelpunkt des dörflichen Lebens. Auf dem grasbewachsenen Platz tagte das Dorfgericht, standen die Ackergeräte, weidete das Vieh oder fand Tanz und Vergnügen statt. Am Anger stehen Kirche und Schmiede.
Die Dolgeliner Kirche gilt als das älteste Zeugnis des Dorfes und stammt vermutlich aus dessen Gründerzeit. Erbaut wurde sie vermutlich Mitte des 13. Jahrhunderts. Die erhaltenen Putzritzzeichnungen am Westgiebel gelten als einzigartig. Eine Halbfigur stellte einen Bischof dar, der als der heilige Adalbert, der Schutzpatron des Bistums Lebus, gedeutet wird. Rechts davon eine gekrönte Gestalt in fürstlicher Tracht mit Buch und Palmwedel.
Die Kirche wurde 1860 umgebaut; 1867 wurde das Kirchenschiff beschädigt, als eine Ecke des Turmes einstürzte.
Um 1870 ersetzte man den Feldsteinturm durch eine Ziegelsteinturm, der durch den 2. Weltkrieg zerstört wurde. Auch die Kirche wurde durch die Kriegseinwirkungen (Schlacht um die Seelower Höhen) schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nach Kriegsende wurden Dachsteine und Dachgebälk für Wohnbauten verwendet. 1965 wurden die (immerhin noch 45 m hohen) Reste des Turmes gesprengt.

Die Templer übten im Auftrag der Landesherren die Lehensträgerschaft in diesem Raum aus, die auch die Gründung von Dörfern, die Christianisierung, Verwaltung und militärische Aufgaben beinhaltete.
Die Besiedlung erfolgte durch Siedler aus Niederdeutschland und dem Harz.



Text: Frank Köhler