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Deutschland - Berlin - Tempelhof
Kirche
In Berlin Tempelhof liegt zwischen Reinhardtstr. Ecke Parkstr. und Schönburgstr. Ecke Parkstr. eine Parkanlage mit zwei kleinen Seen. Inmitten dieser Parkanlage liegt die Dorfkirche Alt-Tempelhof. Die Stelle, an der die Kirche steht war im Mittelalter eine Halbinsel in einem größeren See. Hier gründeten die Templer wohl zur Zeit des Markgrafen Otto II, der von 1184-1205 herrschte eine Komturei. Wahrscheinlich geschah die Gründung auf Betreiben des Markgrafen. Das Dorf, das um die Komturei entstand, wurde Tempelfelde genannt. Zur Komturei Tempelhof gehörten auch die Dörfer Mariendorf und Marienfelde, wo wir heute auch noch zwei Kirchen (siehe unten) finden. Weiterhin gehörte wohl auch noch Rixdorf zur Komturei dazu.

Der ursprüngliche Kirchenbau wurde Anfang des 13. Jahrhunderts errichtet. Diese Kirche brannte wohl in der Mitte des 13. Jahrhunderts nieder. Ausgrabungen haben gezeigt, dass die ursprüngliche Kirche einen quaderförmigen Turm besaß, wie wir ihn heute noch an der Kirche in Marienfelde sehen können. Beim Neuaufbau in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde der Turm nicht wieder aufgebaut, sondern man vergrößerte den Kirchenraum um ca. 7 m. Wie der Kirchenturm aussah, lässt sich heute nicht mehr genau sagen, allerdings könnte er so ausgesehen haben, wie der Turm, der sich heute auf der Kirche befindet.

Nach der Auflösung des Ordens bestätigte im Jahr 1318 Markgraf Waldemar dem Johanniterorden den Besitz des Tempelhofes. 1435 verkauften die Johanniter den Tempelhof, den Hanehof, Richardsdorf (Rixdorf), Mariendorf und Marienfelde an die Städte Berlin und Cölln zum Preis von 2439,66 Böhmische Groschen. Wobei der Tempelhof weiterhin mit einem Klostervorsteher besetzt wurde. Nach einem Brand im 18. Jahrhundert, bei dem der Kirchturm zerstört wurde, erhielt die Kirche wohl einen sechseckigen Turm. In den Jahren 1846/1847 wurde die Kirche nochmals umgebaut. Die großen Fenster im romanischen Stil wurden verkleinert. Ein spätmittelalterliches Wandgemälde in der Apsis, welches das Jüngste Gericht zeigte wurde übermalt. Ebenso wurde in der Apsis ein Rundfenster eingebaut.

Im zweiten Weltkrieg wurde die Dorfkirche von Alt-Tempelhof durch Luftangriffe zerstört. Dabei wurden auch die Glocken, die noch aus dem 13. Jahrhundert stammten, vernichtet. Bei Gefechten im Jahr 1945 wurden auch Teile der Außenmauer des Kirchhofes zerstört. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Kirche wieder aufgebaut. Die Fenster wurden wieder größer gemacht und das Kirchendach wurde wieder so hergestellt, wie es evtl. auch im 13. Jahrhundert ausgesehen hat. Den Kirchturm baute man in einem einfachen Fachwerkstil. Also sieht die Kirche in Berlin-Tempelhof heute so ähnlich aus, wie sie zur Zeit des Templerordens ausgesehen haben könnte. Von der alten Kirche ist definitiv die halbrunde Apsis erhalten, nur das kreisrunde Fenster hat es zur Zeit der Templer nicht gegeben. Die restlichen Mauern wurden wieder so aufgebaut, wie sie vor der Zerstörung durch die Luftangriffe des zweiten Weltkrieges ausgesehen haben. Die Fenster wurden wieder vergrößert, allerdings waren sie wohl im 13. Jahrhundert noch größer. Von den Holzgebäuden, die noch zur Komturei gehörten, findet man heute selbstverständlich keine Reste mehr. Die Ummauerung um den Kirchhof hatte im Mittelalter wohl die gleichen Ausmaße. Allerdings war der Wehrhof mit Ausnahme der Stelle, wo wir auch heute noch ein Tor finden, mit Wasser umgeben.

Die Kirche sowie der Kirchhof ist unter der Woche verschlossen. Nur Sonntags, zur Zeit des Gottesdienstes, kann man den Kirchhof und die Kirche betreten.


Dorfkirche Alt-Tempelhof

Text und Bild: Heiko Walther