Niederlassungen [Niederlassungen]
Deutschland - Berlin - Richardsplatz in Neu Kölln
Rixdorf
Der Name Rixdorf leitet sich vermutlich vom Gründer her - Richard. Eine erste urkundliche Erwähnung findet sich am 26. 6. 1360 als Richardsdorf in drei verschiedenen Schreibweisen: Richardsdorp, Richardstorp und Richardstorff.
Der Kern der Urkunde, die als einzig erhaltene Gründungsurkunde eines Dorfes gilt, ist die Umwandlung des ehemaligen Templerhofes Richardsdorf ("hoff, gnannt Richardstorff") in ein Dorf ("thu eyme dorpe") mit 25 Hufen Land.

Der Hof entstand vermutlich zur selben Zeit, in der in Teltow die befestigten Stützpunkte Tempelhof, Mariendorf und Marienfelde angelegt wurden.
1247 taucht in einer Urkunde nur die unspezifische Bezeichnung "templo" auf; erst in einer Urkunde aus dem Jahre 1290 ist von "Tempelhoff" die Rede, zu dem die Besitzungen gezählt werden, die später die Dörfer Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Rixdorf darstellen werden.

Der "Richardshof" war eine landwirtschaftliche Kommende und als solche Bestandteil der Komturei Tempelhof, wo sich auch die Kirche befand, zu deren regelmäßigem Besuch die Bewohner verpflichtet waren.

Im Jahre 1312 ging der Besitz formal an die Johanniter über. Jedoch erst nach einer Zahlung an den Askanier Markgraf Woldemar, festgelegt im "Vergleich zu Cremmen", konnten sie die templerischen Komtureien 1318 übernehmen.

Einer Notiz aus dem Landbuch Kaiser Karl IV. ist zu entnehmen, dass im Jahre 1375 nur 12 Bauern das Dorf bewirtschafteten.

Am 23. September 1435 haben die Johanniter ihren gesamten Besitz im Teltow "mit allen und jeglichen Zubehörungen zu einem ewigen rechten Lehen" gegen eine Zahlung von 2.439 Groschen den Städten Berlin und Cölln überlassen.

Aus dem Dorfe Richardsdorf wurde in der Zeit Rixdorf, dann Deutsch-Rixdorf, das sich im Jahre 1873 mit der späteren Gründung Böhmisch-Rixdorf vereinigte. Als größtes Dorf Deutschlands (mit ca. 90.000 Einwohnern) erhielt das Dorf Rixdorf 1899 das Stadtrecht , wurde 1912 in Neukölln umbenannt und schließlich am 22. April 1920 nach Groß-Berlin eingemeindet.

Text: Frank Köhler