Niederlassungen [Niederlassungen]
Deutschland - Bayern - Moritzbrunn (Gemeinde Adelschlag)
Komturei
Die Kommende Moosbrunn (das heutige Moritzbrunn) wird erstmals in einer Urkunde vom 7. Dezember 1289 erwähnt. In dieser Urkunde wird erwähnt, dass der Präzeptor des Templerordens von Deutschland und Slawien, Wildgraf Friedrich, einen Hof und eine halbe Hufe in Altenstadt bei Schongau sowie einen Hof mit Patronatsrecht der Kirche in Dietlried an den Prämonstratenserstift in Steingarden verkaufte. Diese Güter gehörten sehr wahrscheinlich zur Kommende Moosbrunn.

1295 kam noch ein Hof in Teisingen bei Neumarkt-St.Veit in den Besitz des Ordens. Dieser Hof wurde von Ulrich und Otto von Stein den Templern geschenkt. Zur Kommende Moosbrunn gehörten wahrscheinlich auch Besitztümer in Wittenfeld und Meilenhof. Am 2. Mai 1312 wurden die Güter dann dem Johanniterorden überschrieben. Interessant ist die Existenz eines Dokumentes in dem bestätigt wird, dass Adelheid von Wellheim, deren Mann dem Templerorden beigetreten war, ihren Besitz in Wittenfeld und Meilenhofen vom Templerorden zurück erhielt. Dieses Dokument stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1308 oder 1311. Da die Tempelritter wohl mit der Auflösung ihres Ordens rechneten, kann man vermuten, dass sie sich dadurch einen Ort sichern wollten, an den sie sich nach der Auflösung zurückziehen konnten.

Die Johanniter, die erst 1318 endgültig in den Besitz der Kommende Moosbrunn kamen, verkauften dann 1322 die Ländereien an das Hochstift Eichstätt. Das Hochstift vergab den Gutshof an die von Buttendorf. Im Jahr 1455 übergab Hans von Buttendorf den Hof dann an das Heiliggeistspital in Eichstätt. Im Jahre 1545, brannte der Gutshof und die Kirche völlig nieder. Er wurde dann von dem Eichstätter Bischof Moritz von Hutten, der den Gutshof kaufte, wieder aufgebaut und erhielt somit seinen heutigen Namen Moritzbrunn. Später kam der Hof an die Fürsten von Taxis und anschließend an die Herzöge von Leuchtenberg. Danach kam er in den Besitz der Familie Puth.

In der Gemeinde Eichstätt gibt es auch noch ein Gehöft, dass den Namen Tempelhof trägt. Sehr wahrscheinlich gehörte dieses Gehöft ebenfalls zur Komturei Moosbrunn. Ob es noch bauliche Überreste aus der Zeit der Ordensritter gibt, ist mir nicht bekannt.

Text: Heiko Walther