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Pfarrhaus und Pfarrkirche St. Johannes Baptistae
Gelegen im Norden Thüringens in unmittelbarer Nähe zur Unstrut liegt der heute ca. 900 Einwohner
zählende Ort Gehofen.
Erste urkundliche Erwähnung als Hovun findet der Ort 782 in einem Güterverzeichnis des
Klosters Herford. Ein weiteres Mal taucht der Ort urkundlich 1188 auf - in einem Vertrag zwischen dem
Zisterzienserkloster Walkenried und dem Grafen von Beichlingen über den Verkauf mehrerer Hufe Land.
Um 1200 gehörte das Dorf zur Herrschaft Vockstedt der Grafen von Hohnstein. Zeitweise war sogar der
Erzbischof von Magdeburg der Lehnsherr.
Die Gründung der Templer-Komturei Gehofen soll im Jahre 1298 erfolgt sein. Etwa um diese Zeit
veranlassten die Templer den (Neu-)Bau der Kirche (so das Thüringische Amt für Denkmalpflege),
der bis in das Jahr 1859 hinein Bestand hatte. Wegen Baufälligkeit wurde die Templerkirche
abgerissen. Bei dieser Templerkirche soll es sich um eine kreuzförmige Kirche gehandelt haben.
An gleicher Stelle wurde durch einen Schinkel-Schüler eine neogotische Saalkirche mit Chorpolygon
und achteckigem Westturm errichtet. Die Grundsteinlegung erfolgte 1866; die Kosten für den
Kirchenneubau beliefen sich auf insgesamt 28.000 Taler. Aus der Templerkirche wurde nur der Taufstein
im Chor übernommen. Die neue Kirche scheint auch nicht auf den Grundmauern, der ehemaligen Templerkirche
errichtet worden sein, denn sie weist keine Ost-West-Ausrichtung auf, wie sie bei mittelalterlichen
Kirchen üblich war. Bis in das Jahr 1309 bestand die Komturei in Gehofen.
Vermutet wird das Gelände der Komturei in dem Bereich ehem. Blauer Hof - Pfarrgrundstück sowie
nördlich davon. Diese Gelände gehörte den Herren von Gehofen, ein Zweig der Familie Hake.
Kirche und Komturei bildeten damals den Ortskern (genauso, wie heute Kirche, Pfarrhaus und
Pfarrgrundstück den räumlichen und kulturellen Mittelpunkt des Ortes bilden).
Reste der Komturei sind vermutlich im Kellergewölbe und in den Kreuzgratgewölben des Erdgeschosses
im Pfarrhaus zu sehen, das sich östlich des ehemaligen Friedhofes befindet.
In jenem Jahre (1309) fiel Gehofen an die Herren von Heldrungen. Ob da ein Zusammenhang mit dem Ende der
Komturei besteht ist nicht bekannt. Jedoch scheint festzustehen, dass die Besitzungen nicht an einen
anderen Orden übergingen!
Um das Jahr 1530 lebten etwa 400 Menschen in Gehofen, was für damalige Verhältnisse eine
stattliche Zahl gewesen ist. 1636, im Zuge der Wirren des Dreißigjährigen Krieges, wurde
Gehofen völlig niedergebrannt. Vom erfolgten Wiederaufbau war auch das Pfarrhaus betroffen, so
dass der ursprüngliche Zustand nicht mehr erkennbar ist.
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