Niederlassungen [Niederlassungen]
Deutschland - Rheinland-Pfalz - Bad Hönningen
Der Tempelhof
Von der ehemaligen Templerkomturei in Bad Hönningen ist heute noch die Ummauerung sowie die Gebäude erhalten. Die Gebäude und das Tor stammen allerdings aus der Zeit der Johanniter, die auch hier die Komturei nach der Auflösung des Templerordens übernommen hatten. Über dem Tor sieht man das Kreuz des Johanniterordens. Wie in Bad Breisig, das auf der anderen Rheinseite liegt, befand sich die Komturei direkt am Rhein.
Erstmals wurde die Komturei in einer Urkunde aus dem Jahr 1225 erwähnt. Hierbei handelt es sich um eine Urkunde der Prämonstratenserabtei St. Pantaleon in Köln. Aus diesem Dokument geht hervor, dass die Templer bei den Prämonstratensern Weinberge gepachtet hatten und dafür acht Viertelmaß (ungefähr 320 l) Wein abgeben mussten. Also existierte die Komturei in Hönningen schon vor 1225, evtl. sogar schon im 12. Jahrhundert. Weiterhin wird die Komturei in einer Urkunde vom 12. März 1227 erwähnt. Hierbei handelt es sich um eine Schenkungsurkunde von Graf Heinrich von Sayn sowie einer Witwe Ada von Lois (Looz), die wahrscheinlich eine gebürtige von Sayn war. Durch diese Urkunde wurde dem Templerorden eine Mühle geschenkt, die wohl an einem Bach stand, der dort floß, wo heute der Gemeindeweinkeller steht. Der dazugehörige Stauweiher befand sich wohl dort, wo heute das Bahngelände ist.
Die Komturei in Hönningen wurde wohl die meiste Zeit vom Komtur der Komturei in Niederbreisig mit verwaltet. So wird 1289 und 1299 ein Ritter Gerlach von Hammerstein als Meister der Kommenden Hoyngen (Hönningen) und Breisig genannt. Im Jahr 1303 wird in einem Kölner Schreinsbuch ein Bruder von Blaustein als Komtur beider Niederlassungen erwähnt.
Das Grundstück des Tempelhofes befindet sich heute in Privatbesitz, ist also für die Öffentlichkeit nicht zugängig.

Tor der Komturei in Bad Hönningen

Text und Bild: Heiko Walther