Niederlassungen [Niederlassungen]
Deutschland - Rheinland-Pfalz - Bad Breisig
Der Templerhof
Die Gründung der Komturei geht wahrscheinlich auf Graf Wilhelm III. von Jülich zurück, der Anfang des 13. Jahrhunderts die Obervogtei über Brysich als Lehen erhalten hatte. Graf Wilhelm der Dritte starb auf dem 5. Kreuzzug, an dem er gemeinsam mit dem Grafen von Sayn teilnahm, im November des Jahres 1219 bei der Eroberung der Stadt Damiette.
Wann der Hof in den Besitz der Templer kam, ist nicht genau bekannt. Eine Urkunde aus dem Jahre 1215 über eine Schenkung des Florinstifts zu Koblenz an den Templerhof zu Brysich belegt erstmalig dessen Existenz am Mittelrhein. Ebenso berichtet Caesarius von Heisterbach in seinem Dialogus miraculorum, um 1220 verfaßt, von einem Priester aus Brysich, genannt Einolph der Templer, der ihm mehrmals von einem wundersamen Jugenderlebnis erzählt habe.
Der Hof der Templer in Breisig, gelegen im Schutze der Burg Rheineck, scheint schnell an überregionaler Bedeutung gewonnen zu haben. An die Komturei Breisig angeschlossen war eine Kommende in Hönningen und ein Haus in der Trankgasse zu Köln, das der Meister der Templer zu "Briske" 1237 von einem gewissen Gerardus gekauft hatte.
Nach der Auflösung des Templerordens im Jahr 1312 gelangte der Templerhof in den Besitz der Johanniter. Das Gebäude, wie man es heute sieht, stammt allerdings aus dem Jahr 1657, denn das ursprüngliche Templerhaus wurde im 30jährigen Krieg zerstört. Die Johanniter bauten es dann wieder auf.
Heute befindet sich in dem Templerhof eine Gaststätte mit dem Namen "Templerhof", denn dieser Name wurde über die Jahrhunderte beibehalten.

Ein Gegenstand von Interesse befindet sich in der Marienkirche in Bad Breisig. Eine Kreuzreliquie aus dem Mittelalter mit einem Splitter vom "Wahren Kreuz". Allerdings stammt das Silberkreuz wahrscheinlich aus dem Jahr 1400. Der kleine Holzsplitter, der sich unter einer kleinen Glasscheibe auf der Rückseite des Kreuzes befindet, wurde von den Templern aus dem Heiligen Land mitgebracht. Dieser Holzsplitter wurde in der Donatuskapelle der Templer aufbewahrt und verehrt. Diese Donatuskapelle befand sich neben dem Templerhof, sie wurde allerdings im 19. Jahrhundert wegen Baufälligkeit abgerissen. Das Kreuz kam dann in die Marienkirche. Das Kreuz wird dort in einem Gehäuse aus Tuff und Basalt aufbewahrt. Auf diesem Gehäuse befindet sich der lateinische Spruch Ecce lignum crucis. Zum Fest der Kreuzerhöhung, am 14. September, wird das Kreuz für einige Tage auf dem Altar ausgestellt.


Templerhof in Bad Breisig



Kreuzreliquie mit einem Splitter des Wahren Kreuzes

Text: Heiko Walther und Frank Köhler
Bilder: Heiko Walther