Niederlassungen [Niederlassungen]
Deutschland - Sachsen-Anhalt - Ackendorf
Kirche
Den Ortskern des landwirtschaftlich geprägten Dorfes Ackendorf bildet ein riesiges Gelände, das früher eine große Komturei gewesen sein könnte. Die Ruine eines großen Lagerhauses rottet heute noch vor sich hin; dort wo sich früher ein Teil des Innenhofes befunden haben mochte, befindet sich an einem Bach und von Wällen umgeben eine parkähnliche Anlage. Die letzten größeren Umbauten dieses Hofes datieren vermutlich aus dem Jahre 1809, genaueres ist nicht mehr zu entziffern; andere Inschriften wurden sogar aus der Wand gehackt. Das Gesamtensemble der "Komturei" wurde deutlich verkleinert. Alles in allem kann man nur spekulieren, ob dies tatsächlich eine Komturei der Templer war, da keine Hinweise zu erkennen sind.

Unzweifelhaft jedoch sind die Hausherren der nur einen Steinwurf entfernten romanischen Kirche, die sich auf einer kleinen Erhebung hinter vielen Bäumen und schiefen Häusern zu verstecken scheint. Am Giebel kündet deutlich das Tatzenkreuz der Templer von einstigem Stolz.
Das Gelände der Kirche erinnert an einen kleineren Burgfried. Der wehrhafte Charakter der Kirche wird unterstrichen durch eine mehr als mannshohe Feldsteinmauer. Wie weit die Mauer früher den Ortskern umschloss, ist heute nicht mehr genau nachzuvollziehen, da viele Häuser heute in den Mauerverlauf integriert wurden. Jedoch scheint sie deutlich bis zu den Gebäuden der vermuteten Komturei gereicht zu haben.
Der heutige Zugang zum Kirchberg geht durch eine schmale Gasse an zwei Häusern vorbei. Völlig zugewuchert und praktisch nicht begehbar sind große Teile des erkennbar als Friedhof dienenden Geländes. Ein anderer Teil dagegen wird als Gemüsegarten genutzt.
Das Kirchgemäuer selbst macht einen sauberen und gepflegten Eindruck. Leider war das Gebäude verschlossen, so dass kein Blick in das Innere geworfen werden konnte.

Text: Frank Köhler