| Odo von Saint-Amand |
8. Großmeister 1171 - 8. 10. 1179 |
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andere Schreibweisen: Odon de Saint Amant (fr), Odo de Sancto Amando (lt), |
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Odo von Saint-Amand gehörte zum Hochadel, jedoch nicht dem Hochadel des Landes. Er besaß ein
Rentenlehen und wurde im Jahre 1156 königlicher Marschall. 1160 war er Burgvogt und Vicecomes von
Jerusalem, 1164 wurde er dann noch Mundschenk. 1165 warb er am Hofe zu Konstantinopel für König
Amalrich um Maria Komnena, eine Großnichte des Kaisers Manuel. Das Werben hatte Erfolg und so konnte
er sie zwei Jahre später dann nach Tyrus geleiteten. Wann genau Odo in den Orden eintrat ist nicht bekannt, aber es muß vor dem 4. Februar 1171 gewesen sein: An diesem Tag verfügte König Amalrich, daß Odos Stiftung aus den Einkünften des Mundschenkenamtes auch nach seinem Eintritt in den Orden dem Leprosenkonvent von St. Lazare zukommen solle. Obwohl Odo vor seinem Eintritt Ministerial der Königs war, hatte der König mit dem Großmeister Odo kein williges Werkzeug: Der Chronist Wilhelm von Tyrus berichtete, daß die Assasinen mit dem König Frieden schliessen wollten. Ein Templer hatte den Boten der Assassinen getötet. Darauf hin kam es zu Differenzen zwischen dem Großmeister und dem König. Der Großmeister bestrafte den Mörder zwar und beabsichtigte auch, ihn zwecks weiterer Bestrafung nach Rom zu schicken, weigerte sich aber, den Täter an den König auszuliefern. Denn nach seiner Meinung, hatte er und der Papst die Gerichtsbarkeit über den Orden und seine Mitglieder. Dies wurde ihm auch durch die Privilegien des Ordens zugesichert. Als der König sich mit Gewalt Einlaß in das Templerhaus von Sidon verschaffte und den Täter, Walter von Mesuil, nach Tyrus brachte, waren die Templer zwar empört, aber sie leisteten keinen Widerstand. Daß man überhaupt den Anordnungen des Königs widersprach, war ein Novum. Mit der Großmeisterzeit des Odo von St. Amand begann die Zeit der Autonomie des Ordens. Odo war ein tapferer Soldat was er im Laufe seiner Zeit als Großmeister immer wieder unter Beweis stellte. Bei einem Gefecht mit den Truppen Saladins im Sommer 1179 geriet er in Gefangenschaft, in der er dann am 8. Oktober 1179 starb. |